< Was wir bekommen, müssen wir versteuern!
20.03.2019 20:13 Alter: 90 days
Von: Claudia Peter

Karrieregeschichten

Absolventinnen-Nachmittag in UDM


„Von den Großen lernen!“ Von großen, sprich erfolgreichen Frauen lernten wir beim Absolventinnen-Nachmittag im Zuge des UDM-Unterrichts. Wir 3. Jahrgänge freuten uns über fünf Absolventinnen der HLW Rankweil, die uns am 20. März 2019 besuchten. Sie erzählten von ihrer Zeit an der HLW, ihren eindrucksvollen Karrieren und beantworteten ausführlich unsere Fragen.
Eine Absolventin der HLW Rankweil, die uns besucht hat, ist Frau Dr.med. Martina Gstöhl-Mathies. Nach der Matura führte sie ihr Weg an die Kathi-Lampert-Schule für Sozialbetreuungsberufe in Götzis. Dort lagen ihr medizinische Fächer besonders gut. Eine Lehrerin wurde auf sie aufmerksam und ermutigte sie, Medizin zu studieren. Anfangs zögerte sie, da sie in naturwissenschaftlichen Fächern ihren Wissenstand auf Maturaniveau bringen musste. Doch mit viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen schaffte sie den Einstieg in das ersehnte Medizinstudium in Graz. Frau Dr.med. Gstöhl-Mathies genoss das Studentenleben sehr. Sie mochte es, mit anderen Studenten zusammen zu lernen und war begeistert vom ständigen Austausch untereinander. Zudem verbrachte sie einige Semester im Ausland wie in Malaysia, Indien und Afrika. Mit unserem Geografielehrer Herrn Fröhlich durfte sie auch einmal nach Malawi reisen. Nachdem sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, zog es sie zu ihrer bisherigen Praktikumsstelle in die Schweiz. Dort bekam sie aufgrund hervorragender Arbeit gleich nach dem Studium eine Stelle angeboten. Seit 2016 ist sie dort als Oberärztin tätig. Zusätzlich ist Frau Dr.med. Gstöhl-Mathies seit Dezember 2016 Mutter eines kleinen Jungens. Seit 2017 arbeitet sie im selben Krankenhaus als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie mit der Spezialisierung auf Gynäkopsychiatrie. Wir finden: Eine wahre Powerfrau, die uns allen zeigte, dass wir „mit Biss und Willen“ wirklich alles erreichen können.
Mit „etwas zum Beißen“ hat auch Cornelia Kellys Werdegang zu tun: In ihrer Schulzeit interessierte sie sich schon sehr für Ernährung und Lebensmitteltechnologie. Gleich im Anschluss an ihre Matura studierte sie Ernährungswissenschaften. Nach ihrem Studium begann sie, bei Mondelēz zu arbeiten. Ihre Aufgabe war, Produkte auf ihren Inhalt zu testen. Später stieg sie bei der Firma Nestlé ein. Dort konnte sie ihre Fähigkeiten bei der Entwicklung von neuen Produkten unter Beweis stellen. Das Unternehmen bot ihr an, in Amerika zu arbeiten und zu wohnen. In dieser Zeit wurde sie Mutter ihres ersten Sohnes. Nach ein paar Jahren zog Cornelia Kelly zurück in die Schweiz, wo sie - mittlerweile Mutter von zwei kleinen Kindern - ihre eigene Firma gründete. Dort zeigt sie in Kochkursen und Beratungen, wie man mit Kindern gesund und wohlschmeckend kochen kann.
Eine monatelange Weltreise mit ihrer Familie gab ihr viel Zeit, ihre nächsten Lebensschritte zu planen. Mit ihrem Mann hatte sie dann am Lagerfeuer in Australien die Idee, ein eigenes, gesundes Ketchup zu kreieren. Somit entstand ihre Firma Connie’s Kitchen GmbH. Cornelia Kelly legt großen Wert auf Regionalität und umweltbewusstes Produzieren. Natürlich durften wir ihre Ketchups probieren, welche wohl allen geschmeckt haben. Cornelia Kelly schafft es auch ohne Zucker und auf gesundem Weg, dass ein Produkt einzigartig schmeckt.
Neben dem, was Gesundes in den Körper gelangt, ist wichtig, was und wie mit dem Körper gearbeitet wird. Und darauf ist Yvonne Nenning spezialisiert. Auch sie ist eine Absolventin, die freundlicherweise ihre spannende Laufbahn nach ihrer Matura an der HLW mit uns geteilt hat. Sie hat nach der HLW an der FH Salzburg Ergotherapie studiert. Ergotherapie ist eine Therapieform, die unter anderem Menschen nach Verletzungen, nach einem Schlaganfall oder einer Amputation hilft, ihren Alltag wieder gut zu meistern. Einige Therapieansätze der Ergotherapie sind gemeinsames Kochen, Basteln und Zeichnen. Dabei beschäftigen sich die Therapeuten mit dem Oberkörper, den Schultern und Armen. Weil Yvonne Nenning sich intensiv mit dem ganzen Körper beschäftigen wollte, studierte sie auch Physiotherapie. Sie ist mittlerweile Abteilungsleiterin der Physiotherapieabteilung des LKH Bludenz. Dort kümmert sie sich mit ihrem Team um die stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten. Ihre Ziele bei den Behandlungen sind die Schmerzreduktion, die Kräftigung des Bewegungsapparates, die Optimierung der Gelenksbeweglichkeit, des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels. Yvonne Nenning legt besonderen Wert auf den Teilbereich der Lungengymnastik. Dabei nutzt sie verschiedene Übungen, mit denen sie unter anderem das Zwerchfell und das Herz kräftigt. Sie hat uns eine Übung gezeigt, die das Zwerchfell stärkt und das tiefe Einatmen trainiert. Neben ihrer Arbeit als Physiotherapeutin gibt sie auch Yogastunden. Der Werdegang von Yvonne Nenning zeigt, dass die Schülerinnen und Schüler der HLW aufgrund des breiten Fächerangebotes auch in Jobs fußfassen können, auf die in der Schule ein nicht so großer Fokus gelegt wird. Vielleicht hat ja sogar der Biologieunterricht an der HLW Yvonne Nennings Interesse am menschlichen Körper entfacht. Auf jeden Fall, so viel hat sie uns verraten, hilft ihr ihre Ausbildung in Buchhaltung dabei, die Einnahmen aus ihren Yogakursen zu verwalten und versteuern.
Eine weitere inspirierende HLW Absolventin ist Isabelle Zimmermann. Als CFO des zweitgrößten HILTI Standorts, der sich in Kaufering befindet, hat sie über eine steile Karriere zu berichten: Ihr Weg begann, wie unserer, in der HLW Rankweil; danach ging sie als Au-Pair nach Boston. Anschließend entschied sie sich, in Wien Wirtschaft zu studieren. Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium startete sie ihre Karriere bei Ernst&Young. Ihr Ziel war es, als Wirtschaftsprüferin bei HILTI zu arbeiten. Das ersehnte Angebot ließ nicht lange auf sich warten und so war sie bald bei HILTI tätig. Isabelle Zimmermann engagierte sich sehr, ihre Aufgaben bestmöglich zu erfüllen. Nach weiteren Angeboten bekam sie die Chance, als Finance Director eine HILTI Filiale in Nordamerika zu leiten. Die Entscheidung, das Angebot anzunehmen, fiel ihr schwer, schließlich war sie zu dieser Zeit frisch gebackene Mama einer kleinen Tochter. Doch die Unterstützung ihres Ehemanns und der Firma HILTI gaben ihr Mut, die Herausforderung anzunehmen. Ein Schritt, den sie nicht bereute. Allerdings war das noch nicht die Spitze ihrer Karriere. Heute leitet sie den Finanzbereich einer der wichtigsten Standorte der HILTI Group. Als CFO erzielt sie die höchstmöglichen Gewinne und legt großen Wert auf die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Isabelle Zimmermann: Eine beeindruckende Karrierefrau, die beweist, dass Frauen alles schaffen können und es sehr wohl möglich, ist Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen.
Vom Hut zum Schuh: Von Kopf bis Fuß legt sich auch Christine Dünser für ihre Arbeit ins Zeug. Sie ist heute stolze Besitzerin eines Schuh- und Schmuckladens in Dornbirn. Mitreißend erzählte sie uns von ihren zwei Sozialauslandjahren in Asien, nach denen sie immer noch keine richtige Ahnung hatte, was sie beruflich machen wollte. Als sie dann in einem kleinen Stoffladen zu arbeiten begann, brachte man sie dort auf die Idee, eine Modeschule in Florenz zu besuchen, um dort Fashion Design zu studieren. Nach einigem hin und her bewarb sie sich für das Studium für Schuh- und Accessoire-Design in Florenz und wurde aufgenommen. Dank des Sprachunterrichts an der HLW hatte Christine Dünser gute Sprachkenntnisse in Italienisch. Sie lernte die Kunst des Schuhmachens kennen, als ein Referent, ein alter Schuhmacher, leidenschaftlich von seiner Arbeit erzählte. Sie spezialisierte sich darauf und fing nach ihrer Abschlussprüfung in einer Schuhwerkstatt zu arbeiten an. Kurz darauf entschied sich Christine Dünser, selbstständig zu werden, eröffnete ihren Laden und bildet mittlerweile sogar Lehrlinge aus, die von überall herkommen, um von ihr zu lernen.
Dem Motto des Nachmittags: HLW - Hier Lebt Wissen wurden die Absolventinnen voll und ganz gerecht. Sie gaben uns Einblicke in ihre Karrieren und ihr Leben und zeigten uns damit, was wir nach der HLW alles erreichen können. Wir danken Dr. Martina Gstöhl-Mathis, Cornelia Kelly, Yvonne Nenning, Isabelle Zimmermann und Christine Dünser sehr herzlich und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!
Ein großer Dank geht auch an alle Lehrpersonen für UDM, die uns diesen interessanten Nachmittag ermöglicht haben. So konnten wir erkennen, dass uns und unseren beruflichen Träumen die Welt offensteht.