Die 4B in Brüssel

Unsere Reise nach Brüssel (21. bis 27. Juni) war eine unvergessliche Erfahrung, bei der wir nicht nur viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten kennenlernen durften, sondern auch einen tiefen Einblick in die Arbeit der Europäischen Union erhielten. Die Reise verband Geschichte, Kultur und Politik auf spannende Weise und bot uns viele Möglichkeiten, gemeinsam als Gruppe neue Erfahrungen zu sammeln.

Unsere Reise begann in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni. Mit großer Vorfreude trafen wir uns zur Abfahrt und machten uns mit dem Bus auf den Weg nach Belgien. Obwohl die Fahrt lang war, herrschte von Anfang an eine gute Stimmung. Viele unterhielten sich, hörten Musik oder versuchten etwas zu schlafen, damit sie für die bevorstehenden Tage ausgeruht waren. Während der Nacht legten wir mehrere Pausen ein, bevor wir am Morgen schließlich unser Ziel erreichten.

Nach unserer Ankunft in Brüssel begann unser Programm mit einer interessanten Stadtführung. Dabei lernten wir die belgische Hauptstadt näher kennen. Unser Guide führte uns durch die historische Altstadt und erklärte uns die Geschichte der wichtigsten Bauwerke und Plätze. Besonders beeindruckend waren der berühmte Grand-Place mit seinen prachtvollen, reich verzierten Gebäuden sowie das weltbekannte Manneken Pis, das trotz seiner geringen Größe jedes Jahr Millionen von Besucherinnen und Besuchern anzieht. Während der Führung erfuhren wir außerdem viel über die Geschichte Belgiens sowie über die Bedeutung Brüssels als Hauptstadt Europas.
Nach der Stadtführung besuchten wir das Pommesmuseum. Belgien gilt als Heimat der berühmten belgischen Pommes, weshalb dieser Besuch besonders gut zu unserer Reise passte. Im Museum erfuhren wir, wie die Kartoffel nach Europa gelangte, wie sich die Herstellung von Pommes im Laufe der Zeit entwickelte und warum belgische Pommes weltweit einen so guten Ruf genießen. Natürlich durfte auch eine Kostprobe der frisch zubereiteten Pommes nicht fehlen. Anschließend hatten wir Freizeit, um Brüssel selbstständig zu erkunden. Viele nutzten die Gelegenheit, durch die kleinen Gassen der Altstadt zu schlendern, Souvenirs zu kaufen oder belgische Spezialitäten wie Waffeln, Schokolade oder Pralinen zu probieren. So konnten wir die Atmosphäre der Stadt noch besser kennenlernen. Am Abend traf sich die gesamte Gruppe zu einem gemeinsamen Abendessen. In gemütlicher Atmosphäre ließen wir den ersten Tag Revue passieren und tauschten unsere Eindrücke aus. Danach fuhren wir zu unserem Hotel, dem Meininger Hotel, das uns während unseres Aufenthalts eine angenehme Unterkunft bot. Dort ließen wir den Abend entspannt ausklingen.

Der zweite volle Tag unserer Reise stand ganz im Zeichen Europas. Am Vormittag besuchten wir die Europäische Kommission, eine der wichtigsten Institutionen der Europäischen Union. Die Europäische Kommission vertritt die Interessen der gesamten EU und entwickelt Vorschläge für neue europäische Gesetze. Außerdem überwacht sie die Einhaltung der europäischen Verträge und setzt politische Programme der Europäischen Union um.
Während unseres Besuchs nahmen wir an einem spannenden Vortrag teil. Dabei erfuhren wir, wie Entscheidungen innerhalb der Europäischen Union vorbereitet werden und welche Aufgaben die verschiedenen Generaldirektionen übernehmen. Besonders interessant war es zu erfahren, wie eng die Mitgliedstaaten zusammenarbeiten und wie wichtig Kompromisse sind, damit gemeinsame Lösungen gefunden werden können. Der Vortrag vermittelte uns ein besseres Verständnis für die europäische Politik und zeigte, wie viele Entscheidungen unseren Alltag beeinflussen. Nach einer Mittagspause besuchten wir das House of European History. Dieses moderne Museum beschäftigt sich mit der gemeinsamen Geschichte Europas und zeigt, wie sich der Kontinent über viele Jahrhunderte entwickelt hat. Die Ausstellung behandelt Themen wie die Weltkriege, den Wiederaufbau Europas, die Entstehung der Europäischen Union sowie die Herausforderungen der Gegenwart. Besonders beeindruckend waren die interaktiven Stationen und die zahlreichen Originalobjekte, mit denen Geschichte anschaulich dargestellt wurde. Das Museum machte deutlich, wie wichtig Frieden, Demokratie und Zusammenarbeit für Europa sind. Am Abend erwartete uns noch ein besonderes Highlight: Gemeinsam fuhren wir mit einem Riesenrad. Von oben bot sich ein wunderschöner Blick über die Stadt, besonders als langsam die Abenddämmerung einsetzte. Dieser gemeinsame Abschluss machte den Tag zu einem besonderen Erlebnis.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Brügge, eine der schönsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas. Die Stadt ist bekannt für ihre romantischen Grachten, historischen Gebäude und gepflasterten Straßen. Aufgrund ihres außergewöhnlich gut erhaltenen Stadtbildes gehört die Altstadt von Brügge zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein besonderes Erlebnis war die Bootsfahrt durch die Grachten. Vom Wasser aus konnten wir die historischen Häuser, alten Brücken und malerischen Ufer aus einer ganz neuen Perspektive betrachten. Während der Fahrt erfuhren wir außerdem interessante Informationen über die Geschichte der Stadt und ihre Bedeutung als bedeutendes Handelszentrum im Mittelalter. Nach dem Aufenthalt in Brügge fuhren wir weiter an die belgische Nordseeküste nach De Haan. Dort verbrachten wir einige entspannte Stunden am Meer. Viele spazierten am Strand entlang, sammelten Muscheln oder genossen einfach die frische Meeresluft. Nach den vielen kulturellen Programmpunkten war dieser Ausflug eine angenehme Abwechslung.

An unserem letzten Programmtag besuchten wir das Europäische Parlament. Das Europäische Parlament ist die einzige direkt von den Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union gewählte Institution. Gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Union entscheidet es über europäische Gesetze und den Haushalt der EU. Außerdem kontrolliert es die Arbeit der Europäischen Kommission und vertritt die Interessen von rund 450 Millionen Menschen in den Mitgliedstaaten. Während unseres Besuchs hörten wir zwei sehr interessante Vorträge. Dabei erfuhren wir viel über die Arbeitsweise des Parlaments, den Ablauf von Abstimmungen und die Aufgaben der Abgeordneten. Besonders spannend war es zu sehen, wie demokratische Entscheidungen auf europäischer Ebene getroffen werden und welche Bedeutung das Parlament für die Zukunft Europas besitzt. Nach dem Besuch fuhren wir weiter nach Antwerpen. Die zweitgrößte Stadt Belgiens ist weltweit für ihren Hafen, ihren Diamantenhandel sowie ihre beeindruckende Architektur bekannt. Besonders sehenswert sind der Grote Markt mit seinen historischen Zunfthäusern und die prachtvolle Liebfrauenkathedrale. Antwerpen verbindet historische Gebäude mit modernem Stadtleben und gilt als bedeutendes Zentrum für Mode und Design. Während unseres Aufenthalts hatten wir ausreichend Zeit, durch die Innenstadt zu bummeln, einzukaufen und die besondere Atmosphäre der Stadt zu genießen. Zudem besuchten wir das Schokoladenmuseum. Dort erfuhren wir, wie Kakao angebaut und verarbeitet wird und warum belgische Schokolade weltweit zu den besten gehört. Besonders interessant waren die Vorführungen zur Herstellung von Pralinen sowie die Möglichkeit, verschiedene Schokoladensorten zu probieren.

Am Freitag begann unser letzter Reisetag bereits sehr früh. Um 6:30 Uhr starteten wir in den Tag, packten unsere Koffer und stärkten uns für die Heimreise. Um 8:00 Uhr machten wir uns schließlich mit dem Bus auf den Rückweg nach Hause. Während der Fahrt blickten wir auf eine abwechslungsreiche und lehrreiche Woche zurück. Wir hatten nicht nur bedeutende europäische Institutionen kennengelernt, sondern auch die Kultur und Geschichte Belgiens erlebt. Gleichzeitig konnten wir viele schöne gemeinsame Momente verbringen, neue Freundschaften vertiefen und zahlreiche unvergessliche Erinnerungen sammeln.

Fazit: Die Reise nach Brüssel war für uns alle eine wertvolle Erfahrung. Sie zeigte eindrucksvoll, wie Europa funktioniert und welche Bedeutung die Europäische Union für das tägliche Leben ihrer Bürgerinnen und Bürger hat. Gleichzeitig lernten wir einige der schönsten Städte Belgiens kennen, entdeckten kulturelle Besonderheiten und genossen die belgische Gastfreundschaft.
Besonders die Besuche der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und des House of European History vermittelten uns ein tieferes Verständnis für die europäische Zusammenarbeit. Die Ausflüge nach Brügge, De Haan und Antwerpen sorgten zusätzlich für kulturelle und landschaftliche Höhepunkte. Auch das gemeinsame Abendessen, die Bootsfahrt, das Riesenrad sowie die vielen gemeinsamen Erlebnisse stärkten den Zusammenhalt unserer Gruppe. Insgesamt war diese Europareise eine perfekte Kombination aus Bildung, Kultur und Gemeinschaft. Sie wird uns allen noch lange in schöner Erinnerung bleiben. Daher möchten wir uns zum Schluss noch beim Bundeskanzleramt sowie der Vorarlberger Landesregierung für die großzügige finanzielle Unterstützung im Rahmen der Förderungen für Klassenreisen zu EU-Institutionen bedanken. Ohne diese Förderungen wäre unsere Reise so nicht möglich gewesen.

Bericht: Rabea Kriss, 4B
Bilder: Selina Kriegl und Martin Rümmele 
 




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